Rollladen nachrüsten: manuell oder elektrisch
Einen Rollladen rüsten Sie an bestehenden Fenstern als Vorbaurollladen nach: Kasten und Führungsschienen sitzen außen vor dem Fenster oder in der Laibung, das Fenster bleibt unverändert. Bedient wird er per Gurt, Kurbel oder Rohrmotor. Der Motor läuft über Schalter, Funk-Handsender oder Zeitschaltuhr.
Zum Nachrüsten eignet sich der Vorbaurollladen, weil er ohne Eingriff ins Fenster außen montiert wird. Ein Aufsatzrollladen kommt nur zusammen mit einem neuen Fenster infrage. Manuelle Antriebe sind Gurtwickler und Kurbel; elektrisch arbeitet ein Rohrmotor in der Welle, wahlweise mit Funk. FeBa setzt Rohrmotoren ab 750 mm Kastenbreite ein, für schmalere Elemente ab 550 mm einen Sondermotor. Den 230-V-Anschluss legt eine Elektrofachkraft.
Welche Rollläden lassen sich nachrüsten?
Nachrüsten lässt sich der Vorbaurollladen, weil Kasten, Panzer und Führungsschienen als fertiges Element außen vor das Fenster oder in die Laibung geschraubt werden. Der Aufsatzrollladen sitzt dagegen auf dem Fensterrahmen und wird mit dem Fenster zusammen eingebaut. Der Neubau-Putzkasten wird im Rohbau eingemauert.
Ein Rollladen besteht aus 4 Bauteilen: dem Kasten, der Welle, dem Panzer und den Führungsschienen. Der Panzer ist der Behang aus einzelnen Stäben aus Kunststoff oder Aluminium. Er wickelt sich auf die Welle im Kasten auf und läuft seitlich in den Führungsschienen. Wie die Kastenbauarten sich unterscheiden, erklärt der Lexikon-Eintrag Rollladenkasten.
Beide Bauformen, Vorbau- und Aufsatzrollladen, führt fensterhandel.de im Sortiment unter Rollläden nach Maß. Die Unterschiede in Optik, Dämmung und Wartung zeigt der Vergleich Vorbaurollladen oder Aufsatzrollladen. Wer ohnehin neue Fenster plant, prüft den Aufsatzrollladen, der als Einheit mit dem Fenster montiert wird; den Einbau des Fensters beschreibt der Ratgeber Fenster einbauen.
Wie wird ein Vorbaurollladen montiert?
Ein Vorbaurollladen wird als komplettes Element mit Kasten, Panzer und Führungsschienen geliefert und entweder in der Laibung oder auf der Fassade vor der Öffnung verschraubt. Die Führungsschienen müssen exakt lotrecht stehen. Danach folgen Antrieb, Endanschlag und Probelauf.
FeBa fertigt Vorbaurollläden mit Kastengrößen von 138, 165, 180 und 205 mm in 3 Formen: 20 Grad abgeschrägt, rund und als 90-Grad-Putzträgerkasten. Rollgeformte Blenden sind bis 2.500 mm Breite einsetzbar; darüber empfiehlt FeBa stranggepresste Blenden. Die Kastengröße richtet sich nach der Elementhöhe und dem Panzerprofil, denn ein höherer Panzer braucht mehr Wickelraum. Vorbauelemente nach Maß erhalten Sie auf Anfrage, Details zeigt die Seite Vorbaurollladen.
Für die Montage in der Laibung verringert der Kasten die lichte Höhe der Öffnung. Bei der Montage auf der Fassade bleibt die Öffnung frei, der Kasten ist von außen sichtbar. Befestigungsschrauben für Kasten und Schienen liefert FeBa nicht mit; sie richten sich nach dem Untergrund. Bei Fassaden mit Wärmedämmverbundsystem braucht die Befestigung Abstandsmontage-Elemente, die durch die Dämmung ins Mauerwerk reichen.
Wann reicht ein manueller Rollladenantrieb?
Ein manueller Rollladenantrieb reicht bei kleinen und mittleren Fenstern, die täglich von Hand bedient werden, also für Gurtwickler und Kurbel. Der Gurtwickler zieht den Panzer über einen Gurt hoch; die Kurbel dreht die Welle über ein Getriebe. Beide brauchen keinen Stromanschluss.
FeBa bietet für Vorbaurollläden 4 manuelle Varianten an: den Gurtwickler, den Gurtzugkurbelwickler, die Gurtzugübersetzung bis 2,00 m Höhe und das Kurbelgetriebe. Übersetzungsgetriebe sind laut FeBa erst ab der 165er Kastengröße möglich. Beim Kurbelantrieb sind je nach Einbausituation zusätzliche Rahmenverbreiterungen erforderlich.
Beim Nachrüsten führt der Gurt durch Wand oder Fensterrahmen nach innen. Diese Durchführung ist eine Öffnung in der Gebäudehülle. Dichten Sie sie mit einer Gurtführung mit Bürstendichtung ab, sonst zieht es an dieser Stelle. Ein Elektromotor vermeidet die Gurtdurchführung, braucht aber ein Kabel oder eine Funkverbindung zum Schalter.
Was brauchen Sie für einen elektrischen Rollladen?
Für einen elektrischen Rollladen brauchen Sie einen Rohrmotor in der Welle, einen 230-V-Anschluss am Kasten und eine Steuerung: Wandschalter, Funk-Handsender oder Zeitschaltuhr. FeBa setzt Rohrmotoren mit elektronischer Endabschaltung ab 750 mm Kastenbreite ein, darunter ab 550 mm einen Sondermotor.
Ein Rohrmotor ist ein Elektromotor in Rohrform, der in der Rollladenwelle sitzt und sie direkt antreibt. Die elektronische Endabschaltung stoppt den Motor oben und unten automatisch. Bei Elementen mit E-Motor setzt FeBa eine 60er Achtkantwelle ein und verwendet starre Verbinder zwischen Welle und Panzer; diese verhindern als Hochschiebeschutz, dass der Panzer von außen hochgeschoben wird. Die maximale Elementhöhe sinkt dadurch um 10 cm.
Funk-Rohrmotoren sparen die Schalterleitung, brauchen aber trotzdem Strom am Kasten. Zur Programmierung eines Funkmotors ist nach FeBa-Angabe ein Handsender erforderlich; ein Wandsender reicht dafür nicht. Als Zubehör gibt es Mehrkanal-Handsender, Funk-Wandsender mit Zeitschaltuhr und Sonnen- oder Lichtsensoren, die den Rollladen automatisch schließen.
Arbeiten am 230-V-Netz gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Das gilt für die Zuleitung zum Rohrmotor, für Unterputzschalter und für Steckdosen in der Fensterlaibung. Eine falsch angeschlossene Leitung im Außenbereich ist ein Stromschlag- und Brandrisiko. Planen Sie die Leitungsführung vor dem Verputzen der Laibung, damit keine Kabel nachträglich auf Putz verlegt werden müssen.
Ein Motor lohnt sich beim Nachrüsten aus einem zweiten Grund: Er spart die Gurtdurchführung. Jede Gurtdurchführung ist eine Lücke in der luftdichten Ebene der Fensterfuge oder der Wand. Beim Vorbaurollladen mit Rohrmotor führt nur ein dünnes Kabel nach innen, das sich mit einer Kabeltülle dicht anschließen lässt. Bei Funkmotoren endet das Kabel an der nächsten Abzweigdose außen oder im Kasten. Wer ohnehin eine Elektrofachkraft beauftragt, rüstet deshalb besser direkt elektrisch nach als erst manuell und später ein zweites Mal.
Lässt sich ein vorhandener Gurt-Rollladen elektrisch nachrüsten?
Ein vorhandener Gurt-Rollladen lässt sich auf 2 Wegen elektrisch nachrüsten: mit einem elektrischen Gurtwickler, der den alten Gurtwickler in der Wand ersetzt, oder mit einem Rohrmotor, der in die vorhandene Welle eingeschoben wird. Für den Rohrmotor öffnen Sie den Rollladenkasten über die Revisionsöffnung.
Der elektrische Gurtwickler ist die einfachere Lösung. Er sitzt im Gurtkasten oder auf der Wand, zieht den vorhandenen Gurt auf und braucht nur einen Stromanschluss in der Nähe. Der Rohrmotor arbeitet leiser und ohne sichtbaren Gurt. Er muss zum Durchmesser und zur Form der Welle passen, zum Beispiel einer 40er oder 60er Achtkantwelle, und zum Gewicht des Panzers. Messen Sie Welle und Panzer vor dem Kauf aus.
Beim Nachrüsten entscheidet die Bauform über alles Weitere. Bleiben die Fenster, ist der Vorbaurollladen die Lösung ohne Eingriff ins Fenster. Stehen neue Fenster ohnehin an, lohnt der Aufsatzrollladen, denn Fenster und Kasten kommen dann als Einheit. Beim Antrieb raten wir bei Fenstern über 1,5 m Breite und bei schwer erreichbaren Fenstern zum Rohrmotor. Für kleine Fenster, die täglich von Hand bedient werden, reicht der Gurt. Den Motor planen Sie am besten gleich bei der Bestellung ein, weil der Hochschiebeschutz die zulässige Elementhöhe beeinflusst.
Rollladen nach Maß konfigurieren
- Nachrüsten ohne Fenstertausch geht mit dem Vorbaurollladen, außen in der Laibung oder auf der Fassade.
- FeBa fertigt Vorbaukästen in 138, 165, 180 und 205 mm, rollgeformt bis 2.500 mm Breite.
- Manuelle Antriebe sind Gurtwickler, Gurtzugkurbelwickler und Kurbel; Übersetzungsgetriebe gibt es ab dem 165er Kasten.
- Rohrmotoren setzt FeBa ab 750 mm Kastenbreite ein, Sondermotoren ab 550 mm; Funkmotoren brauchen zur Programmierung einen Handsender.
- Den 230-V-Anschluss legt eine Elektrofachkraft.
Welche Fragen stellen Kunden zum Rollladen nachrüsten?
Die folgenden 3 Fragen zum Rollladen nachrüsten betreffen das Aufmaß, die Genehmigung und den Insektenschutz. Sie ergänzen die Kapitel zu Bauform und Antrieb um Punkte, die vor der Bestellung eines Vorbaurollladens geklärt sein müssen.
Welches Maß brauche ich für einen Vorbaurollladen?
Für den Preis eines Vorbaurollladens zählt laut FeBa das Fenstermaß ohne Kasten. Bei Montage in der Laibung messen Sie die lichte Breite der Laibung und die Höhe bis zum Sturz. Bei Montage auf der Fassade bestimmen Sie Breite und Höhe so, dass die Führungsschienen die Öffnung seitlich überdecken.
Brauche ich eine Genehmigung für einen Vorbaurollladen?
Ein Vorbaurollladen verändert das Erscheinungsbild der Fassade. In Baudenkmälern, in Gebieten mit Gestaltungssatzung und in Eigentümergemeinschaften ist deshalb eine Zustimmung nötig. Mieter brauchen die Erlaubnis des Vermieters. Klären Sie diese Punkte vor der Bestellung.
Lässt sich ein Insektenschutz im Vorbaurollladen integrieren?
FeBa bietet Vorbaukästen mit integriertem Insektenschutzrollo an. Das Rollo läuft in eigenen Führungsschienen und ist bei mehrteiligen Elementen nicht möglich. Die Einsatzgröße liegt einschließlich Kasten bei höchstens 1.500 mm Breite und 2.400 mm Höhe.
Auf welche Quellen stützt sich dieser Ratgeber?
Die technischen Angaben zu Kastengrößen, Antrieben und Zubehör stammen aus dem Technischen Handbuch und der Preisliste 2026 des Herstellers FeBa. Die Hinweise zur Elektroinstallation beruhen auf den allgemeinen Regeln für Arbeiten an elektrischen Anlagen.
- FeBa Fensterbau: Technisches Handbuch, Stand 04/2023, Kapitel Vorbaurollladen · Herstellerunterlage · Kastengrößen, Elementhöhen, Wellen und Hochschiebeschutz.
- FeBa Fensterbau: Preisliste 2026, Vorbau-Rollladenkasten · Herstellerunterlage · Antriebe, Motoren, Steuerungen und Zubehör.
- DIN EN 13659 Abschlüsse außen und Außenjalousien · Deutsches Institut für Normung · Windwiderstandsklassen von Rollläden.
- DIN VDE 0100 Errichten von Niederspannungsanlagen · VDE Verlag · Regeln für den Anschluss elektrischer Antriebe.
