Schallschutzklassen bei Fenstern erklärt
Schallschutzklassen teilen Fenster nach ihrem bewerteten Schalldämm-Maß Rw in 6 Stufen ein. Grundlage ist die VDI-Richtlinie 2719. Klasse 1 beginnt bei 25 dB, Klasse 6 bei 50 dB. Jede Klasse umfasst 5 dB, eine höhere Klasse bedeutet weniger Lärm im Raum.
Der Rw-Wert gibt an, um wie viele Dezibel ein Fenster den Außenlärm mindert. 10 dB mehr Dämmung empfindet das Ohr als Halbierung der Lautstärke. Für die Einstufung zählt der Prüfwert Rw,P des ganzen Fensters, nicht der Glaswert allein. Welche Dämmung ein Raum braucht, ergibt sich aus dem Außenlärmpegel nach DIN 4109.
Welche Schallschutzklassen gibt es nach VDI 2719?
VDI 2719 nennt 6 Schallschutzklassen für Fenster, von Klasse 1 mit 25 bis 29 dB bis Klasse 6 mit 50 dB und mehr. Jede Klasse beschreibt eine Spanne des bewerteten Schalldämm-Maßes Rw,P, gemessen am kompletten Fenster mit Rahmen, Glas und Dichtung im Prüfstand.
- Schallschutzklasse 1: Rw,P 25 bis 29 dB
- Schallschutzklasse 2: Rw,P 30 bis 34 dB
- Schallschutzklasse 3: Rw,P 35 bis 39 dB
- Schallschutzklasse 4: Rw,P 40 bis 44 dB
- Schallschutzklasse 5: Rw,P 45 bis 49 dB
- Schallschutzklasse 6: Rw,P ab 50 dB
Wie wird die Schallschutzklasse ermittelt?
Die Schallschutzklasse wird aus dem bewerteten Schalldämm-Maß Rw,P ermittelt. Ein Prüfinstitut misst es nach DIN EN ISO 10140 am kompletten Fenster. Für die Bauplanung nach DIN 4109 gilt der Rechenwert Rw,R, der um ein Vorhaltemaß von 2 dB unter dem Prüfwert liegt.
Den größten Einfluss hat das Schallschutzglas: unterschiedlich dicke Scheiben, Verbundglas mit Schallschutzfolie und ein breiter Scheibenzwischenraum. Rahmen, Dichtungsebenen und Einbaufuge begrenzen den erreichbaren Wert. Fenster mit Rw,R ab 40 dB gelten im Gebäudemodernisierungsgesetz als Sonderverglasung. Für sie gilt beim Austausch ein Höchstwert von Uw 2,0 statt 1,3 W/(m²K) (Stand Oktober 2026).
Glaswert und Fensterwert sind nicht identisch. Rahmen, Dichtungsebenen und Glasfalz verändern den Wert, deshalb weicht das Rw des fertigen Fensters vom Rw des Glases ab, nach oben wie nach unten. Die Schallschutzklasse ergibt sich immer aus dem Fensterwert. Fragen Sie bei Schallschutz deshalb nach dem Rw des Fensters.
Wie wählen Sie Schallschutz bei unseren Kunststofffenstern?
Für NovoLife 76, NovoLife 76+ und NovoLife 88 Premium ist Schallschutzglas im Konfigurator wählbar. Die 2-fach- und 3-fach-Standardgläser im Konfigurator sind Wärmeschutzgläser ohne ausgewiesene Schallschutzklasse nach VDI 2719. Die U-Wert-Tabelle von Fensterhandel.de weist darauf hin, dass ein veränderter Glasaufbau, etwa für Schallschutz, die Wärmedämmung vermindern kann.
Aufbau und Einsatz beschreibt die Seite Schallschutzfenster. Standardfenster konfigurieren Sie unter Kunststofffenster oder Fenster nach Maß. Weitere Kennwerte erklärt das Fenster-Lexikon.
Welche Fragen zur Schallschutzklasse bleiben oft offen?
Zwei Fragen zur Schallschutzklasse kommen bei der Planung regelmäßig auf: die nötige Klasse für einen Standort und die hörbare Wirkung einzelner Dezibel. Die Antworten folgen kurz.
Welche Schallschutzklasse brauche ich an einer lauten Straße?
Die nötige Dämmung richtet sich nach dem maßgeblichen Außenlärmpegel und der Raumnutzung nach DIN 4109. Den Lärmpegel nennen der Bebauungsplan oder die Lärmkarte der Gemeinde. Ein Bauakustiker rechnet daraus das erforderliche Schalldämm-Maß des Fensters.
Was bedeutet 1 dB mehr Schalldämmung?
1 dB mehr Schalldämmung ist für das Ohr kaum wahrnehmbar. Ab 3 dB ist ein Unterschied deutlich hörbar. 10 dB mehr Dämmung empfindet das Ohr als Halbierung der Lautstärke.
