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Absturzsicherung am Fenster: Wann ist sie Pflicht?

Eine Absturzsicherung am Fenster ist eine Umwehrung, die Personen vor dem Herausfallen schützt. Pflicht ist sie, sobald die Fensterbrüstung niedriger liegt als die Landesbauordnung verlangt. Die Musterbauordnung nennt 0,80 m Brüstungshöhe bei bis zu 12 m Absturzhöhe.

» Kurz zusammengefasst

Die Pflicht zur Absturzsicherung regeln die Landesbauordnungen der 16 Bundesländer. Nach der Musterbauordnung sind Flächen ab 1 m Absturzhöhe zu umwehren, Fensterbrüstungen brauchen 0,80 m bis 12 m Absturzhöhe und 0,90 m darüber. Bodentiefe Fenster benötigen deshalb im Obergeschoss eine Absturzsicherung: ein Geländer, eine Glasbrüstung oder eine absturzsichernde Verglasung nach DIN 18008-4.

Wann schreibt die Bauordnung eine Absturzsicherung vor?

Die Bauordnung schreibt eine Absturzsicherung vor, wenn eine begehbare Fläche mehr als 1 m über der tiefer liegenden Fläche liegt und die Fensterbrüstung die Mindesthöhe unterschreitet. Die Musterbauordnung nennt in § 38 für Fensterbrüstungen 0,80 m bis 12 m Absturzhöhe und 0,90 m darüber.

Für andere Umwehrungen wie Geländer gelten nach Musterbauordnung 0,90 m bei 1 m bis 12 m Absturzhöhe und 1,10 m über 12 m. Eine niedrigere Fensterbrüstung ist zulässig, wenn ein Geländer oder eine andere Vorrichtung diese Höhen einhält. Die Landesbauordnungen übernehmen diese Werte weitgehend, weichen in Einzelheiten aber ab. Maßgeblich ist die Bauordnung Ihres Bundeslands.

» Wichtiger Hinweis

Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung und keine Planung. Brüstungshöhen, Messregeln und Ausnahmen unterscheiden sich je Bundesland und Gebäudeart. Klären Sie die Anforderungen für Ihr Bauvorhaben mit Architekt, Tragwerksplaner oder der unteren Bauaufsichtsbehörde, bevor Sie bodentiefe Fenster bestellen. Für absturzsichernde Verglasungen ist ein statischer Nachweis nach DIN 18008-4 erforderlich.

Welche Arten von Absturzsicherung gibt es am Fenster?

Am Fenster gibt es 4 Arten von Absturzsicherung: Geländer vor dem Fenster, Glasbrüstung im Französischen Balkon, absturzsichernde Verglasung im Fenster selbst und ein festes Unterlicht mit Querriegel. Alle 4 Lösungen erreichen die geforderte Umwehrungshöhe.

Das Geländer sitzt außen in der Laibung oder vor der Fassade. Die Glasbrüstung besteht aus Verbundsicherheitsglas in einem Halteprofil. Beim festen Unterlicht teilt ein waagerechtes Profil auf Brüstungshöhe das Fenster, darunter liegt eine feste Verglasung. Die Lösung für bodentiefe Fenster beschreibt der Ratgeber Französischer Balkon.

Was regelt DIN 18008-4?

DIN 18008-4 regelt Bemessung und Nachweis von Glas, das gegen Absturz sichert. Die Norm unterscheidet 3 Kategorien: A für linienförmig gelagerte Verglasung ohne tragenden Holm, B für eingespannte Glasbrüstungen mit Handlauf und C für Verglasungen, die keine Holmlast abtragen.

Kategorie C gliedert sich in C1 für Geländerausfachungen, C2 für Verglasungen unter einem tragenden Querriegel und C3 für Verglasungen mit vorgesetztem Holm. Absturzsichernde Verglasungen bestehen aus VSG-Glas, das nach dem Bruch zusammenhält. Die Holmlast beträgt im Wohnbereich nach DIN EN 1991-1-1 mit nationalem Anhang 0,5 kN/m.

» Expert Insight

Planen Sie die Absturzsicherung zusammen mit dem Fenster. Ein nachträgliches Geländer braucht tragfähige Befestigungspunkte in der Laibung und kollidiert oft mit Rollladenschienen, Insektenschutz oder Dämmung. Bei bodentiefen Fenstern im Obergeschoss ist ein festes Unterlicht mit Querriegel oft die einfachste Lösung. Eine integrierte Glasabsturzsicherung im Fensterelement spart das Geländer, erfordert aber einen statischen Nachweis für das konkrete Maß.

Was gilt bei unseren Kunststofffenstern?

Unsere Kunststofffenster liefern wir ohne Absturzsicherung, eine integrierte Glasabsturzsicherung von FeBa gibt es auf Anfrage. FeBa bietet diese Lösung in Verbindung mit Rollladen-Aufsatzelementen Variant EPS an. Klären Sie die Anforderung vor der Bestellung mit Ihrem Planer.

Eine sogenannte TRAV Verglasung kann im Konfigurator angewählt werden. Je nach Bundesland gelten für die TRAV-Verglasungen andere Bestimmungen. Informieren Sie sich beim zuständigen Bauamt.

Laut FeBa-Preisliste 2026 besteht die integrierte Glasabsturzsicherung aus einem vormontierten Glashaltesystem und Verbundsicherheitsglas 66.2 oder 88.4. FeBa nennt einen statischen Nachweis nach DIN 18008-4 für Holmlasten von 0,5 kN/m und 1,0 kN/m, ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis sowie Brüstungshöhen von 900, 1000 und 1100 mm. Fenster nach Maß konfigurieren Sie unter Fenster nach Maß. Weitere Begriffe erklärt das Fenster-Lexikon.

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Häufige Fragen zur Absturzsicherung

Brauche ich bei bodentiefen Fenstern im Erdgeschoss eine Absturzsicherung?

Im Erdgeschoss liegt die Absturzhöhe meist unter 1 m, dann entfällt die Pflicht nach Musterbauordnung. Bei Hanglage, Souterrain oder erhöhter Terrasse kann die Absturzhöhe über 1 m liegen. Dann gelten die Brüstungshöhen der Landesbauordnung.

Ersetzt ein abschließbarer Fenstergriff die Absturzsicherung?

Nein. Ein abschließbarer Griff verhindert das Öffnen, ersetzt aber keine Umwehrung. Bauordnungen verlangen bei zu niedriger Brüstung eine feste Absturzsicherung in der vorgeschriebenen Höhe.

Ab welcher Höhe wird die Fensterbrüstung gemessen?

Die Brüstungshöhe wird in der Regel ab Oberkante Fertigfußboden gemessen. Die genaue Messregel legt die Landesbauordnung fest. FeBa nimmt bei der integrierten Glasabsturzsicherung die Beschlagkante des Blendrahmens als Bezugspunkt.